Mehr als 80 Kunden, Partner und Experten haben am 2. mAInframe Gipfeltreffen Schweiz bei IBM in Zürich teilgenommen. Wie Daniel Ruffet, zStack Leader Switzerland bei IBM, im Gespräch mit Legacy IT Center erklärt, ist die Resonanz damit gegenüber der ersten Ausgabe nochmals gestiegen. Im Mittelpunkt standen insbesondere KI und Modernisierung auf dem Mainframe, Cybersecurity und Quantum Safe. Im Fokus zudem: der neue IBM z17 MR und die weitere Entwicklung der Plattform.
Die Mehrheit der Teilnehmer kam Daniel Ruffet zufolge aus dem Finanzsektor, insbesondere von Banken und Versicherungen. Daneben seien der öffentliche Bereich und IT-Dienstleister vertreten gewesen. Zu den unterstützenden Partnern gehörten EDB, WIRD und UMB. Viele Besucher seien bereits bei der ersten Ausgabe dabei gewesen, zugleich habe man zahlreiche neue Teilnehmer begrüssen können.
Der Mainframe Leader bei IBM Schweiz sieht darin eine Bestätigung für das anhaltende Interesse an IBM Z und LinuxONE sowie an den damit verbundenen Themen KI und Cybersecurity. Das Format habe sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Treffpunkt der Schweizer Mainframe-Community entwickelt.
Mainframe-Diskussion verschiebt sich
Dass das Gipfeltreffen nicht allein von den Vorträgen lebte, hebt Daniel Ruffet in seinem Rückblick hervor. Viele Teilnehmer hätten die Gelegenheit genutzt, Themen zu diskutieren und Erfahrungen aus der eigenen Mainframe-Praxis einzubringen.
Dabei beobachtet er auch eine Veränderung in der Diskussion über die Rolle des Mainframes: „Die Teilnehmer beschäftigen sich heute weniger mit der Frage, ob der Mainframe eine Zukunft hat, sondern vielmehr damit, wie sie die Plattform optimal für ihre zukünftigen Geschäftsanforderungen nutzen können.“
Besonders intensiv seien dabei künstliche Intelligenz, Cybersecurity und Quantum Safe sowie die Modernisierung bestehender Mainframe-Landschaften diskutiert worden.
In Sachen KI hob Daniel Ruffet insbesondere den Vortrag zu IBM Bob hervor. Tim McKeoun, DevOps Specialist bei IBM Schweiz, stellte auf dem Gipfeltreffen IBM Bob Premium Package for Z vor. Für die Modernisierung bestehender Mainframe-Anwendungen reiche es nach Einschätzung des IBM-Managers nicht aus, wenn ein KI-System lediglich die jeweilige Programmiersprache verstehe. Mainframe-Kernanwendungen bestünden vielmehr aus miteinander verbundenen und voneinander abhängigen Programmen, Daten, Transaktionen und Batch-Jobs. Für eine sinnvolle Unterstützung durch KI müssten deshalb auch diese Zusammenhänge erfasst werden. IBM Bob verfügt nach seiner Darstellung über diese übergreifende Sicht auf die Mainframe-Anwendungen.
Quantum Safe und Modernisierung im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt war Cybersecurity. Silvio Dragone vom IBM Research Lab in Zürich beschäftigte sich in seinem Vortrag mit Quantum Safe sowie IBM Z Crypto Discovery & Inventory. Nach Einschätzung Daniel Ruffets entwickelt sich die Vorbereitung auf die Post-Quantum-Ära zunehmend von einem Forschungsthema zu einem konkreten Transformationsprojekt für Unternehmen.
Auch Modernisierung und Plattformkonsolidierung spielten eine wichtige Rolle. Vor dem Hintergrund steigender Infrastrukturkosten und des Fachkräftemangels nehme IBM im Schweizer Markt ein wachsendes Interesse an LinuxONE, Hybrid-Cloud-Architekturen und modernen DevOps-Ansätzen auf IBM Z wahr.
Wie das in der Praxis aussehen kann, war ebenfalls Teil des Programms: Daniel Cattin, Mainframe System Engineer bei Abraxas, berichtete darüber, wie die TAXA-EDB-Postgres-Datenbank auf IBM Linux on Z gebracht wurde. Inhaltlich erweitert wurde der Themenblock durch Julian Moffett von EDB.
Anhand von Kundenbeispielen sei auf dem Gipfeltreffen zudem dargestellt worden, dass Unternehmen durch den Einsatz von LinuxONE ihre Softwarekosten um bis zu 40 Prozent reduzieren könnten. Als weitere Vorteile seien Quantumsicherheit sowie eine höhere Skalierbarkeit und Verfügbarkeit genannt worden.
Generell nehme man im Schweizer Markt wahr, dass Unternehmen ihre IT-Plattformen zunehmend strategisch betrachteten. Resilienz, digitale Souveränität, Sicherheit und Energieeffizienz gewännen Daniel Ruffets Einschätzung nach gegenüber kurzfristigen Kostenbetrachtungen an Bedeutung.
Erster z17 MR bereits an Schweizer Kunden geliefert
Auch die neue Generation des IBM-Mainframes nahm beim Gipfeltreffen breiten Raum ein. Kurz nach der Einführung des Midrange-Modells des IBM z17 am 12. August 2026 hat IBM bereits ein entsprechendes System an einen Kunden in der Schweiz liefern können, berichtet Daniel Ruffet.
Positiv aufgenommen würden nach seiner Beobachtung insbesondere die erweiterten KI-Fähigkeiten mit dem IBM Spyre Accelerator, die Cyberresilienz und die neuen Quantum-Safe-Funktionen. Viele Schweizer Unternehmen betrachteten den z17 daher nicht lediglich als technologisches Upgrade, sondern als strategische Plattform für die kommenden Jahre. Gerade in stark regulierten Branchen würden Sicherheit, Stabilität und Innovationsfähigkeit zunehmend gemeinsam betrachtet.
Zur Sprache kamen auch die weiteren Aussichten für IBM Z und LinuxONE. Der Schweizer zStack Leader verwies in diesem Zusammenhang auf die jüngsten Ankündigungen von IBM auf der Hot-Chips-Konferenz und die dort vorgestellten Pläne, künftig Arm-Technologie mit der IBM-Z- und LinuxONE-Architektur zu verbinden.
Den Schweizer Markt sieht Daniel Ruffet dabei grundsätzlich auf einer Linie mit der globalen Entwicklung. Schweizer Unternehmen verfolgten traditionell eine pragmatische und langfristige Perspektive und investierten typischerweise dann, wenn ein klarer geschäftlicher Nutzen erkennbar sei. Bei Linux auf IBM Z und LinuxONE sieht er Schweizer Anwender zugleich in einer Vorreiterrolle.
Dritte Ausgabe bereits im Blick
Nach der Resonanz auf die zweite Veranstaltung hält der IBM-Manager ein drittes mAInframe Gipfeltreffen für naheliegend. Am grundsätzlichen Konzept soll sich dabei wenig ändern: Neuigkeiten von IBM und Entwicklungen aus der Mainframe-Welt sollen mit Erfahrungsberichten von Kunden und Partnern sowie Zukunftsthemen aus der IBM-Forschung verbunden werden.
Zugleich soll das Gipfeltreffen weiterhin den direkten Austausch innerhalb der Schweizer Mainframe-Community fördern. „Die wertvollsten Erkenntnisse entstehen oft im direkten Gespräch zwischen Anwendern, Experten und Partnern“, sagt Daniel Ruffet. Dieser Community-Gedanke sei bereits bei der zweiten Ausgabe deutlich spürbar gewesen. (td)
Impressionen vom 2. mAInframe Gipfeltreffen (Quelle: IBM Schweiz)








