Co-Badge-Karten kombinieren mehrere Zahlungssysteme auf einer Karte – etwa ein nationales und ein internationales Scheme – und gewinnen unter anderem durch regulatorische Vorgaben und den Wunsch nach mehr Unabhängigkeit an Bedeutung.
Marius Letkiewicz, Manager mit Fokus auf Kartenlösungen bei DPS, beschreibt in einem aktuellen Fachbeitrag die bestehende IT im Kartenumfeld als strukturellen Engpass. Viele Systeme sind demnach nicht auf die neuen Anforderungen ausgelegt. Sie arbeiteten häufig batch-orientiert, seien monolithisch aufgebaut und jeweils auf einzelne Zahlungsschemes zugeschnitten.
Co-Badge wird zur Orchestrierungsaufgabe
Zwar lasse sich Co-Badge grundsätzlich auf bestehende Systemlandschaften aufsetzen. Langfristig tragfähig ist dieses Modell laut Letkiewicz jedoch nur, wenn Banken eine übergeordnete Orchestrierungsarchitektur etablieren. Diese müsse in der Lage sein, Nutzungskontexte zu erkennen, Routing-Entscheidungen zu treffen sowie Autorisierung und Risikosteuerung zu integrieren. Gleichzeitig solle sie die scheme-spezifische Verarbeitung kapseln.
Als Lösungsansatz werden aktuelle Transformationsinitiativen beschrieben, die auf eine Entkopplung der bestehenden Systeme zielen. Dies erfolge über API- und Orchestrierungsschichten, ergänzt um klar definierte Routing- und Entscheidungslogiken sowie standardisierte Schnittstellen und Betriebsprozesse.
Ziel dieser Entwicklung sei es, Zahlungsverkehrsfunktionen künftig modular bereitzustellen – als wiederverwendbare Bausteine mit klar definierten Eigenschaften und Service Levels.
Nächste Evolutionsstufe: Multi-Badge
Zudem weist Letkiewicz darauf hin, dass die Entwicklung über Co-Badge hinausgeht. Perspektivisch entstünden Multi-Badge-Modelle, in denen weitere Zahlungswege integriert würden. Damit steige auch der Druck auf die IT-Architekturen, neue Verfahren flexibel einbinden zu können und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu reduzieren. (td)

Zielbild einer modernen Kartenarchitektur: Eine zentrale Orchestrierungsschicht steuert Routing, Autorisierung und Risikoentscheidungen kanalübergreifend und entkoppelt bestehende Systeme von scheme-spezifischer Verarbeitung (Quelle: DPS)





