Banken und Versicherer stehen vor neuen Anforderungen in der KI-Ära – und aus Sicht von IBM-Experte Patrick Hempeler zeigt die IBM z17 Plattform, warum der Mainframe dabei zu einem strategischen Vorteil werden kann.
Im IT-Finanzmagazin legt Patrick Hempeler, Platform Leader IBM Z und LinuxONE für die DACH-Region bei IBM, ein deutliches Plädoyer für den weiteren Mainframe-Einsatz im Finanzsektor vor – insbesondere mit Verweis auf die jüngst vorgestellte Version IBM z17. Er argumentiert, dass Banken und Versicherer mit den steigenden Anforderungen an KI-Inferenz in Echtzeit, häufig unterhalb einer Millisekunde, an Grenzen rein cloud-nativer Architekturen stoßen würden. In diesen Szenarien könne der Mainframe seine Stärken ausspielen, da Latenz, Durchsatz und Sicherheit eng in der Hardware verankert seien. Der IBM z17 wird dabei als Plattform beschrieben, die KI-Modelle direkt auf dem System ausführen könne, ohne Umwege über externe Umgebungen.
Ein zentrales Anliegen des Autors ist es, mit verbreiteten Vorurteilen gegenüber dem Mainframe aufzuräumen. Hempeler verweist darauf, dass ein häufig angenommener kostenintensiver Betrieb in dieser Form nicht zutreffe. Obwohl Mainframes rund 70 Prozent des gesamten Transaktionsaufkommens im Finanzsektor bewältigen, entfallen nur etwa 8 Prozent der gesamten IT-Ausgaben auf diese Systeme, heißt es mit Verweis auf Daten von Broadcom und eigene Erhebungen von IBM. Nach Einschätzung des Experten sie damit langfristig zu den kosteneffizientesten IT-Lösungen im Unternehmensumfeld.
Hempeler betont zudem, dass die neue Mainframe-Generation nicht im Widerspruch zu Cloud-Strategien stehe, sondern durch offene Architekturen, APIs und moderne Integrationsmuster ein zentraler Bestandteil hybrider Betriebsmodelle sein könne. Das System Großrechner erscheint damit nicht als Relikt, sondern als spezialisierte, hochmoderne Plattform – gerade in Zeiten wachsender KI-Lasten.
Darüber hinaus hebt er hervor, dass der IBM z17 auch dazu dient, IT-Teams mit agentenbasierter KI und intelligenten Assistenten zu unterstützen. Eingebettete KI-Agenten – etwa im watsonx Assistant for Z – sollen Vorfälle automatisch analysieren, planen und bis zur Lösung durchautomatisieren können. Generative KI-Funktionen sollen gleichzeitig Fehlalarme reduzieren und die Reaktionszeiten auf Zwischenfälle verkürzen.
Hervorgehoben werden auch die Modernisierungsfunktionen rund um historisch gewachsene Kernsysteme. Der watsonx Code Assistant for Z ermögliche es Entwicklern, Geschäftslogik aus komplexen COBOL-Anwendungen zu extrahieren, Assembler-Code in natürlicher Sprache zu erklären und Modernisierungsvorhaben gezielter umzusetzen. Laut Hempeler steigert dies die Produktivität, verbessere die Codequalität und helfe Finanzinstituten, ihre kritischen Mainframe-Anwendungen in eine zukunftsfähige Architektur zu überführen.
Der Beitrag reiht sich in eine Reihe aktueller Entwicklungen ein, bei denen Finanzinstitute den Mainframe strategisch neu bewerten. Erst vor wenigen Tagen hatte Atruvia angekündigt, die IBM z17 zu einem zentralen Eckpfeiler ihrer geschäftskritischen Bankprozesse auszubauen.





