Wertverlust mit Ausnahmen – IT-Skills 2026

Viele IT-Organisationen stehen vor der Frage, welche Kompetenzen sie in den kommenden Jahren gezielt aufbauen müssen – und welche an Bedeutung verlieren. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass sich der Markt für IT-Skills zunehmend dynamisiert und klassische Karrierepfade unter Druck geraten.

Der Beitrag auf CIO.de beschreibt, dass die Halbwertszeit vieler IT-Fähigkeiten spürbar sinkt. Automatisierung, Cloud-Plattformen und der wachsende Einsatz künstlicher Intelligenz führten dazu, dass bestimmte technische Kompetenzen schneller an Relevanz verlieren als noch vor wenigen Jahren. Tätigkeiten im IT-Betrieb, in der Infrastruktur oder im Support würden zunehmend standardisiert oder automatisiert.

Gleichzeitig macht die Analyse deutlich, dass dieser Trend nicht für alle Technologien gleichermaßen gilt. CIOs und IT-Berater wiesen darauf hin, dass der Wertverlust von Skills dort weniger ausgeprägt sei, wo Unternehmen weiterhin ältere Technologien produktiv einsetzen. Gehaltsdaten aus dem „2025 Tech Salary Report“ der Jobbörse Dice deuteten darauf hin, dass zwar Kompetenzen rund um KI, Daten und Cloud Engineering das stärkste Wachstum verzeichneten, zugleich aber auch Technologien mit deutlich längerer Historie zu den am schnellsten wachsenden Gehaltssegmenten zählen.

Neben vergleichsweise jungen Themen wie Natural Language Processing und Dokumentendatenbanken tauchten auch klassische Technologien wie COBOL und Ruby unter den vorderen Platzierungen auf. Die Autorin ordnet dies als Hinweis ein, dass der Marktwert von IT-Skills weniger vom Alter einer Technologie abhängt als von ihrer tatsächlichen Nutzung in Unternehmen. Solange entsprechende Systeme produktiv betrieben werden, bleibe auch das dazugehörige Fachwissen wirtschaftlich relevant.

Vor diesem Hintergrund räumten IT-Führungskräfte laut dem Beitrag ein, dass sich die langfristige Beständigkeit einzelner Kompetenzen kaum verlässlich vorhersagen lasse. Weder sei absehbar, welche der heute stark nachgefragten Skills eine ähnliche Langlebigkeit entwickeln würden wie COBOL oder Ruby, noch lasse sich sicher sagen, welche Fähigkeiten durch technologische Innovationen kurzfristig verdrängt werden. Das Weltwirtschaftsforum spreche in diesem Zusammenhang von einer zunehmenden „Instabilität der Skills“.

Statt auf dauerhafte Spezialisierung auf einzelne Technologien zu setzen, betonen die zitierten Experten die Bedeutung von Anpassungsfähigkeit. Die Fähigkeit, sich in kurzer Zeit neue Kompetenzen anzueignen, werde für IT-Fachkräfte wichtiger als die Vertiefung einzelner Tools oder Programmiersprachen. CIOs seien gefordert, ihre Organisationen darauf auszurichten, indem sie Weiterbildung ermöglichen, stärker auf Coaching setzen und gezielt Mitarbeitende mit ausgeprägter Lernbereitschaft fördern. (td)