In seiner Kolumne für connect professional beschreibt Olaf Kaiser, Experte für IT-Unternehmensführung, die Entwicklung von IT-Architekturen als Pendelbewegung zwischen zentraler und dezentraler Verarbeitung.
Kaiser erinnert daran, dass in den 1990er-Jahren zentrale Unix-Hosts mit COBOL-Anwendungen dominierten und Endgeräte primär als Terminals fungierten. Mit dem PC-Boom habe sich die Intelligenz auf die Clients verlagert, bevor sie durch Browser, SaaS und Cloud wieder ins Rechenzentrum zurückgewandert sei. „Die Cloud wurde zum Mainframe unserer Zeit: Das Ziel wurde, dass Workloads zentral, standardisiert und skalierbar bereitgestellt werden“, so die pointierte Feststellung.
KI bringt neue Dynamik in die Architekturfrage
Vor diesem Hintergrund formuliert der Autor die These, dass Künstliche Intelligenz eine erneute Verschiebung auslösen könnte. Anforderungen wie Latenz, Datenschutz oder Offline-Fähigkeit würden dazu führen, dass Endgeräte wieder stärker in die Verarbeitung eingebunden werden. Gleichzeitig bleibe die Cloud zentral, etwa für Orchestrierung und große Modelle.
Für Managed Service Provider ergebe sich daraus die Notwendigkeit, Architekturen, Governance und Services neu auszurichten. Insgesamt zeichne sich eine hybride Zukunft ab, in der KI dem Client wieder mehr Gewicht verleihe, ohne zentrale Strukturen zu ersetzen. (td)





