KI und digitale Souveränität prägen das IBM Z Symposium

Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität haben das IBM Z Symposium 2026 in Ehningen geprägt. Das zeigen die Rückmeldungen zahlreicher Teilnehmer, die ihre Eindrücke nach den beiden Veranstaltungstagen auf LinkedIn oder im Gespräch mit dem Legacy IT Center geteilt haben. Deutlich wurde dabei: KI wurde in Ehningen nicht isoliert diskutiert, sondern im Kontext von Datenhoheit, regulatorischen Anforderungen und der Kontrolle über geschäftskritische IT-Plattformen.

Souveränität wird zur strategischen Leitfrage

Karina Gimenes, Associate Director Global Delivery Management bei Kyndryl, berichtete, dass technologische Kontrolle, Datenmanagement, Governance, Resilienz sowie Skills und Talente als zentrale Dimensionen von IT-Souveränität diskutiert worden seien. Auch Markus Petzel, Senior Operations Manager bei Beta Systems Software, schrieb, Souveränität bedeute nicht nur Unabhängigkeit, sondern vor allem Verantwortung für Entscheidungen im eigenen Umfeld.

Dass der Begriff auf dem Symposium unterschiedlich interpretiert wurde, griff auch Uwe Graf, Head of Consulting bei Easirun Europa, in seiner Kolumne Legacy Lessons auf. Er schrieb, Organisationen müssten stärker zwischen strategischen Konzepten, vertrieblichen Botschaften und konkret umsetzbarem Mehrwert unterscheiden.

Dass digitale Souveränität nicht nur auf der Bühne, sondern auch in Gesprächen mit Kunden und Teilnehmern präsent war, bestätigte auch Barun Roy Chowdhury, Senior Software Engineer bei DPS. Im Gespräch mit dem Legacy IT Center sagte er, dass Fragen rund um Souveränität aus seiner Wahrnehmung immer wieder von Unternehmen aufgegriffen worden seien.


Panel zum Thema Open Telemetry auf dem IBM Z Symposium 2026

KI-Werkzeuge und Nachwuchs rücken in den Fokus

Wie IBM diese strategischen Themen technisch adressieren will, zeigte das Unternehmen laut mehreren Teilnehmern anhand neuer KI-Werkzeuge. Roy Chowdhury berichtete, dass IBM unter anderem mit dem Tool Bob demonstriert habe, wie sich Source Code analysieren, Dokumentationen erzeugen oder HCL-Skripte für Terraform-basierte Automatisierungen generieren lassen. Zudem sei erläutert worden, dass für klar abgegrenzte Aufgaben auf dem Mainframe künftig verstärkt spezialisierte Small Language Models (SLM) zum Einsatz kommen könnten – etwa für Betriebs- oder Datenbankaufgaben.

Neben Technologie spielte auch der Faktor Mensch eine wichtige Rolle. Frank Zielke, Senior Integration Specialist bei ITARICON, verwies auf den Fachkräftemangel im Mainframe-Umfeld. Mit einer „ganzen Generation von Experten“ verschwinde derzeit auch das Wissen darüber, wie man dem Mainframe „betreibt, weiterentwickelt und absichert“. Zugleich stimme ihn der „hungrige“ Nachwuchs positiv.

Beim Young-Talents-Event formulierte Nadine Brandies, Bereichsleiterin Core Banking Solutions bei FI Solutions Plus, einen ergänzenden Gedanken: Unternehmen haben aus ihrer Sicht „kein Technikproblem, sondern ein Narrativproblem“. „Legacy“ bedeute schließlich „Erbe“, werde intern jedoch häufig wie eine Altlast behandelt. Genau dieses Selbstbild entscheide jedoch mit darüber, welche Talente sich für die Plattform begeistern lassen.

Das Symposium in Ehningen machte damit deutlich: Wer KI in geschäftskritischen Umgebungen nutzen will, diskutiert heute zugleich über Datenhoheit, Plattformstrategie und den Aufbau neuer Kompetenzen. (td)

Was ist das IBM Z Symposium?

Das IBM Z Symposium ist eine von IBM organisierte Fachveranstaltung für die IBM-Z-Community im deutschsprachigen Raum. Das Format richtet sich an Kunden, Business Partner und Technologieexperten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf mehreren Bühnen präsentieren Anwenderunternehmen, Partner und IBM aktuelle Projekte, technologische Entwicklungen und strategische Herausforderungen rund um IBM Z und IBM LinuxONE. Nach der Veranstaltung 2025 in der MHP Arena in Stuttgart fand das Symposium 2026 erstmals auf dem neuen IBM Technology Campus im baden-württembergischen Ehningen statt.