Auf der Plattform der The Payments Association argumentiert Steele Prentis, Director of Sales UK & Ireland bei Tieto Banktech, dass IT-Modernisierung im Zahlungsverkehr weit über reine Wartungsmaßnahmen hinausgeht. Sie sei vielmehr als strategische Absicherung gegen personelle Risiken zu verstehen.
Prentis zufolge betreiben viele Zahlungsdienstleister weiterhin geschäftskritische Kernsysteme, deren Betrieb stark vom Erfahrungswissen einzelner Spezialisten abhänge. Mit dem altersbedingten Ausscheiden dieser Fachkräfte steige das operationelle Risiko, da Dokumentation und Know-how-Transfer oft unzureichend seien. Modernisierung könne hier helfen, Abhängigkeiten von Einzelpersonen zu reduzieren und Wissen in standardisierte, besser zugängliche Strukturen zu überführen.
Zugleich erklärt der Autor in seinem Beitrag, dass veraltete Technologien für jüngere IT-Talente zunehmend unattraktiv seien. Unternehmen, die an schwer wartbaren Legacy-Umgebungen festhielten, riskierten demnach, im Wettbewerb um Fachkräfte ins Hintertreffen zu geraten. Moderne Architekturen und Entwicklungsmodelle könnten dagegen die Arbeitgeberattraktivität erhöhen und neue Kompetenzen ins Unternehmen holen.
Modernisierung bedeute dabei nicht zwangsläufig einen vollständigen Systemersatz. Vielmehr plädiert Prentis für einen schrittweisen Transformationsansatz, der Stabilität und regulatorische Anforderungen sichert und zugleich technologische Erneuerung ermöglicht. In diesem Sinne sei Modernisierung als „Workforce Insurance“ zu verstehen – als Investition in die langfristige Handlungsfähigkeit von Zahlungsverkehrsanbietern. (td)





