IBM erzielt Rekordumsätze im Mainframe-Geschäft

IBM hat mit seinen Zahlen für das vierte Quartal 2025 die Erwartungen des Marktes übertroffen. Während viele Beobachter den Konzern vor allem mit Software, Services und Hybrid-Cloud verbinden, rückte zuletzt erneut das Mainframe-Geschäft in den Fokus der Berichterstattung. Darauf verweisen sowohl internationale als auch deutschsprachige Medien.

IBM erzielte im vierten Quartal einen Konzernumsatz von 19,7 Mrd. US-Dollar, was einem Wachstum von rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Wie aus u.a. einer Meldung von dpa-AFX hervorgeht, hat IBM damit die Markterwartungen übertroffen; die Aktie reagierte entsprechend positiv. Als wesentlicher Wachstumstreiber wird dabei die Infrastruktur-Sparte genannt. Nach Angaben des Unternehmens stieg der Umsatz in diesem Bereich um rund 21 Prozent (17 Prozent währungsbereinigt). Das Wachstum sei vor allem auf eine hohe Nachfrage nach der aktuellen Mainframe-Generation zurückzuführen.

Bestes Mainframe-Quartal seit Jahrzehnten

Internationale Aufmerksamkeit erhielt insbesondere die Entwicklung im Mainframe-Segment. Der Finanzdienst The Motley Fool berichtet, dass IBM im Mainframe-Geschäft den höchsten Quartalsumsatz seit mehr als 20 Jahren erzielt habe. Der Autor führt dies darauf zurück, dass IBM den Mainframe als Plattform für moderne KI-Workloads technologisch neu positioniert habe.

Im Zentrum steht dabei der z17-Mainframe, der über umfangreiche integrierte KI-Rechenkapazitäten verfügt. Zusätzlich bietet IBM laut dem Bericht mit dem Spyre-KI-Beschleuniger eine Erweiterung an, die direkt in z17-Systeme integriert werden könne. Damit ließen sich auch leistungsfähigere KI-Modelle, darunter IBMs eigene Granite-Modelle, auf dem Mainframe betreiben.

KI-Inferenzen nicht nur in der Cloud

Der Motley-Fool-Artikel greift zudem Aussagen von IBM-CEO Arvind Krishna aus dem Earnings Call auf. Demnach geht Krishna davon aus, dass sich die Nutzung von KI in Unternehmen in den kommenden drei bis fünf Jahren deutlich verändern werde. Während derzeit ein Großteil der KI-Workloads in Public-Cloud-Umgebungen laufe, könnten künftig rund 50 Prozent der KI-Nutzung in privaten Clouds oder in eigenen Rechenzentren stattfinden.

Als Gründe nennt der Beitrag unter anderem die hohen Kosten von KI-Inferenzen in der Cloud. Für stabile und gut planbare Lasten könnten kleinere, spezialisierte Modelle auf eigener Infrastruktur wirtschaftlich sinnvoller sein als der Einsatz großer, externer Modelle.

„Tech-Dinosaurier im KI-Rausch“

Auch deutschsprachige Medien greifen diese Entwicklung auf. Das Aktienmagazin spricht in einem aktuellen Beitrag zugespitzt von einem „Tech-Dinosaurier im KI-Rausch“, der mit dem Mainframe „den Turbo zündet“. Die Strategie von IBM mit einer Kombination aus klassischer Großrechner-Architektur und KI-Beschleunigung gezielt auf Anwendungsfälle zu setzen, bei denen Leistung, Latenz und Kontrolle über Daten entscheidend sind, scheint damit einen Nerv im Markt zu treffen. (td)