Die Commerzbank setzt bei ihrer Kernbankeninfrastruktur weiterhin auf IBM Z und IBM Storage. Das geht aus einer Veröffentlichung von IBM hervor. Der IT-Konzern beschreibt darin ein erneuertes Bekenntnis der Bank zur Mainframe-Plattform, das mit einer mehrjährigen Infrastruktur- und Service-Vereinbarung verknüpft ist. Eine eigene Veröffentlichung der Commerzbank dazu liegt bislang nicht vor.
Im Zentrum steht laut IBM ein fünfjähriges „Open Infrastructure Offering“, das der Bank langfristige Preisstabilität für ihre Mainframe-Umgebung sichern soll. Die Kommunikation ordnet die Plattform als technisches Rückgrat ein: Auf IBM Z würden „ein Großteil“ der Geschäftsdaten, „alle Banktransaktionen“ sowie Kontoinformationen für rund 11 Millionen Firmen- und Privatkunden in Deutschland verarbeitet.
Als konkreten Modernisierungsschritt nennt IBM außerdem, dass das Mainframe-Team der Commerzbank in Zusammenarbeit mit IBM Service Experts zentrale Workloads auf die IBM z16 migriert habe – mit dem Ziel, einen 24/7-Kundenservice zu unterstützen. Während der Vertragslaufzeit soll IBM über IBM Technology Lifecycle Services Support, „operative Exzellenz“, proaktive Einblicke und Best Practices bereitstellen – unter anderem mithilfe KI-gestützter Tools, um den Nutzen der IBM-Z-Umgebung zu maximieren.
In der Mitteilung werden auch Stimmen aus dem Commerzbank-Team zitiert. Ute Kleyensteuber (Principal Project Owner zRuntime, DB & Security) und Steffen Weppler (Chapterlead zSystems & DB Engineering) erklären demnach: „Wir freuen uns sehr, unsere langjährige Zusammenarbeit mit unserem geschätzten Partner IBM fortzusetzen. Unsere langjährige Zusammenarbeit ist geprägt von Vertrauen, Innovation und dem gemeinsamen Streben nach Erfolg. Dieses neue Kapitel eröffnet spannende Möglichkeiten, gemeinsam zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln und den technologischen Fortschritt weiter voranzutreiben.“
Mainframe wird sichtbarer – nicht mehr „versteckt“
Bemerkenswert ist dabei weniger die bloße Fortführung des Mainframe-Betriebs, sondern die offensive Positionierung: In der Mitteilung wird der moderne Mainframe explizit als zentrale Säule für geschäftskritische Prozesse, Resilienz und Skalierung dargestellt – und nicht als Randthema, das man kommunikativ möglichst klein hält. Gleichzeitig bleibt zu berücksichtigen, dass die Darstellung aus einer Hersteller-Mitteilung stammt und damit eine entsprechende Perspektive setzt.
Dass Mainframe-Strategien derzeit stärker öffentlich adressiert werden, passt auch zu einem weiteren Beispiel aus dem deutschen Bankenumfeld: Atruvia hatte sich zuletzt ebenfalls offensiv zum Mainframe als Eckpfeiler geschäftskritischer Bankgeschäfte positioniert – ein Schritt, über den wir jüngst schon berichtet hatten. (td)

Eingang zur Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main





