T+1 Settlement: Ohne Batch-Umbau keine Umsetzung

In einem auf IT-Finanzmagazin veröffentlichten Beitrag beschreibt Bernhard Uitz, Partner bei DPS, unter welchen Voraussetzungen Banken die ab Oktober 2027 greifende Verkürzung des Wertpapierabwicklungszyklus auf T+1 auch in gewachsenen IT-Landschaften umsetzen können.

Uitz vertritt die Auffassung, dass T+1 grundsätzlich im Bestand umsetzbar ist, jedoch eine gezielte Weiterentwicklung der bestehenden Verarbeitungslogik erfordere. Ein vollständiger Systemersatz ist aus Sicht des Experten nicht zielführend, da die gewachsenen Systeme tief in die Geschäftsprozesse integriert seien und ein Austausch erhebliche Risiken mit sich bringe.

Stattdessen komme es darauf an, klassische, stark batch-orientierte Abläufe zu hinterfragen und schrittweise anzupassen. Insbesondere die Dominanz nächtlicher Batchläufe sei mit den verkürzten Zeitfenstern von T+1 nur eingeschränkt vereinbar. Banken müssten ihre Verarbeitung stärker in den Tagesverlauf verlagern, Daten früher verfügbar machen und Prozessketten beschleunigen.

T+1 erfordert Transparenz im Verarbeitungspfad

Zentral sei dabei die Analyse des kritischen Verarbeitungspfads. Institute müssen laut Uitz genau prüfen, welche Prozesse tatsächlich abwicklungsrelevant seien, wo unnötige Abhängigkeiten bestünden und an welchen Stellen sich Abläufe parallelisieren ließen. Auch Laufzeitverlängerungen durch Datenbankzugriffe oder I/O-Engpässe seien gezielt zu adressieren. Durch strukturierte Laufzeitanalysen und eine angepasste Orchestrierung könnten insbesondere in gewachsenen Host-Umgebungen spürbare Effizienzgewinne erzielt werden.

Darüber hinaus wird betont, dass die Umstellung auf T+1 nicht als reines IT-Projekt zu verstehen sei. Vielmehr erfordere sie eine ganzheitliche Anpassung von Prozessen und Organisation entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wertpapierabwicklung.

Der Autor zeichnet mit seinem Beitrag das Bild einer evolutionären Transformation: T+1 lasse sich auch auf gewachsener IT umsetzen – vorausgesetzt, Banken lösen sich von starren Batch-Strukturen und entwickeln ihre Prozesse konsequent in Richtung beschleunigter, untertägiger Verarbeitung weiter. (td)