Im IT-Finanzmagazin beschreibt Jürgen Bernert, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Avision, die wachsende Relevanz technischer Schulden im regulierten Finanzumfeld. Diese erschwerten laut ihm nicht nur die Weiterentwicklung von IT-Systemen, sondern entwickelten sich zunehmend auch zu einem Risiko im Kontext steigender regulatorischer Anforderungen.
Vor diesem Hintergrund stellt Bernert heraus, dass Big-Bang-Ansätze zur Ablösung von Legacy-Systemen im Bankenumfeld „immer wieder spektakulär gescheitert“ sind. Solche Vorhaben seien zu teuer, zu riskant und zu langsam für eine Branche, in der Stabilität oberste Priorität habe. Stattdessen plädiert er für eine schrittweise Modernisierung bestehender Systeme.
Als Ausgangspunkt beschreibt der Autor eine strukturierte Bestandsaufnahme entlang regulatorischer Anforderungen – insbesondere im Hinblick auf DORA. Institute müssten zunächst Transparenz über ihre Systeme, Schnittstellen und Abhängigkeiten schaffen, um Risiken gezielt identifizieren und adressieren zu können.
Darauf aufbauend empfiehlt er evolutionäre Transformationsansätze wie das sogenannte Strangler Pattern. Dieses sehe vor, bestehende Systeme nicht abrupt zu ersetzen, sondern schrittweise durch neue Komponenten zu ergänzen und perspektivisch abzulösen. Der Ursprung des Begriffs geht auf den britisch-amerikanischen Softwarearchitekten Martin Fowler zurück: Inspiriert von der Würgefeige beschreibt er einen Ansatz, bei dem neue Strukturen um ein Altsystem herum aufgebaut werden, bis dieses nach und nach verdrängt werden kann. Bernert macht deutlich, dass sich auf diese Weise Risiken reduzieren und gleichzeitig regulatorische Anforderungen besser adressieren lassen, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden. (td)





