Steuerberatermarkt vor digitaler Zweiteilung: Skalierung vs. Legacy

Ein Beitrag der Börsen-Zeitung beleuchtet die wachsende Rolle von Private-Equity-Investoren bei Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern – und verweist dabei explizit auf Legacy-Systeme als einen zentralen Spannungsfaktor.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass beide Berufsstände vor ähnlichen strukturellen Herausforderungen stehen: eine überalterte Belegschaft, erheblicher Investitionsbedarf in Digitalisierung und KI sowie zunehmender Wettbewerbsdruck.

Im Text wird unter anderem eine Analyse von Lünendonk & Hossenfelder zitiert, die vor einer „digitalen Zweiteilung“ des Marktes warnt. Demnach könnten sich auf der einen Seite Private-Equity-finanzierte Plattformen mit Cloud-Architekturen und skalierbaren Technologien etablieren, während ein großer Teil des Berufsstands mangels Kapital weiter mit Legacy-Systemen arbeite. Diese würden nicht modernisiert, sondern lediglich verwaltet – mit entsprechenden Effizienz- und Wettbewerbsnachteilen.

Die Zeitung stellt diese Entwicklung nicht als eigene These dar, sondern ordnet sie als Ergebnis externer Marktanalysen ein. Implizit wird deutlich, dass Legacy IT hier weniger als bewahrenswertes Erbe erscheint, sondern als Bremse für Digitalisierung und Skalierung, sofern keine finanziellen Mittel für Modernisierung zur Verfügung stehen. Private Equity wird in diesem Zusammenhang als möglicher Enabler für den Abschied von gewachsenen, aber technologisch überholten Systemlandschaften beschrieben – allerdings nicht ohne berufsrechtliche, politische und governancebezogene Risiken. (td)