Wie lässt sich eine moderne Programmiersprache wie Python sinnvoll auf einer traditionell geprägten Plattform wie dem Mainframe einsetzen? Mit dieser Fragestellung eröffnet Greg Spranger, Senior Staff Architect bei Broadcom, eine sechsteilige Blogserie zur Weiterentwicklung der Mainframe-Architektur.
In seinem Beitrag beschreibt Spranger, dass sich Python zur „lingua franca“ moderner Softwareentwicklung entwickelt hat und auch im Enterprise-Umfeld eine immer größere Rolle spielt. Vor diesem Hintergrund sei es folgerichtig, die Sprache näher an geschäftskritische Systeme heranzuführen – insbesondere an Plattformen wie IBM Z. Ziel sei es, Datenverarbeitung und Anwendungslogik stärker direkt auf dem Mainframe zu bündeln, statt sie in verteilte Architekturen auszulagern.
Technisch verortet der Autor diese Entwicklung im Kontext von z/OS. Über z/OS UNIX System Services lasse sich Python bereits heute ausführen, während Schnittstellen den Zugriff auf etablierte Komponenten wie CICS und Db2 ermöglichen sollen. Damit entsteht laut Spranger eine Brücke zwischen klassischen Mainframe-Workloads und modernen Entwicklungsansätzen.
Eine zentrale Rolle schreibt er dabei dem Plattform-Engineering zu. Teams müssten Rahmenbedingungen schaffen, in denen Entwickler Python-basierte Anwendungen auf dem Mainframe mit vertrauten Tools und im Sinne moderner DevOps-Praktiken umsetzen könnten. In diesem Zusammenhang ist auch von einer stärkeren Einbindung von Open-Source-Technologien in die Mainframe-Welt die Rede.
Der Broadcom-Beitrag konstatiert, dass Python auf dem Mainframe kein Widerspruch ist, sondern ein Ansatz, um bestehende Systeme besser in zeitgemäße Entwicklungsmodelle zu integrieren. Die folgenden Teile der Serie sollen aufzeigen, wie sich diese Integration architektonisch und organisatorisch konkret gestalten lässt. (td)





