In einer neuen Folge des Podcasts „Mainframe – What the Heck“ diskutieren Heidi Schmidt vom Softwareanbieter PKS und Tobias Leicher von IBM die häufig erhobene Forderung nach einer vollständigen Ablösung von Mainframe-Systemen. Anlass sind unter anderem aktuelle Beispiele von Unternehmen, die umfangreiche Transformations- oder Migrationsprojekte neu bewertet oder sogar gestoppt hätten.
Die beiden Podcast-Hosts argumentieren, dass die Komplexität solcher Vorhaben häufig unterschätzt werde. Neben langen Projektlaufzeiten und hohen Kosten könne auch eine Migration in Cloud-Umgebungen neue Abhängigkeiten von Plattformanbietern schaffen und zusätzliche Betriebskosten verursachen.
Auch der oft zitierte Fachkräftemangel im Mainframe-Umfeld wird aus ihrer Sicht nicht immer korrekt eingeordnet. Das eigentliche Risiko liege weniger in den eingesetzten Programmiersprachen wie COBOL, PL/I oder RPG, sondern vielmehr im Verlust von Fach- und Prozesswissen, wenn erfahrene Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.
Die Diskussion um den Mainframe verstehen die Gesprächspartner daher vor allem als strategische Führungsfrage. Unternehmen müssten entscheiden, wie sich Innovation und Weiterentwicklung mit dem Betrieb geschäftskritischer Systeme verbinden lassen – unabhängig davon, ob sie auf Modernisierung, hybride Architekturen oder eine schrittweise Ablösung setzen. (td)





