Umfrage: Mainframe trägt Geschäft – Wandel ohne Bruch

Die aktuelle Nutzerbefragung „Arcati Mainframe Navigator 2026“ zeigt, dass der Großrechner in vielen Unternehmen weiterhin eine zentrale Rolle spielt – und dabei enger mit dem Geschäftserfolg verknüpft ist, als häufig angenommen wird.

So verdeutlichen die Ergebnisse, dass der Mainframe keineswegs als reines Altsystem betrachtet werden kann. Vielmehr läuft in vielen Organisationen ein erheblicher Teil der Wertschöpfung weiterhin auf der Plattform, notiert Planet Mainframe: 36 Prozent der Befragten geben an, dass mehr als die Hälfte des Unternehmensumsatzes über Mainframe-Anwendungen generiert werde. Weitere 21 Prozent berichten sogar, dass mehr als 75 Prozent der Umsätze direkt von IBM Z abhingen.

Gleichzeitig zeichnet die Studie ein differenziertes Bild beim Thema Modernisierung. Diese verlaufe laut den Ergebnissen weder statisch noch unkoordiniert, sondern strukturiert und planvoll. So arbeiteten 34 Prozent der Unternehmen bereits mit der aktuellen z/OS-Version, während 40 Prozent die vorherige Release einsetzen. Eine vollständige Ablösung spiele dagegen kaum eine Rolle: Lediglich 3,2 Prozent der Befragten planen laut Studie, ihre Mainframe-Umgebung in den kommenden drei Jahren stillzulegen.

Sicherheitsmechanismen im Mainframe-Umfeld weiterhin robust

Auch beim Thema Sicherheit zeigt sich ein vergleichsweise stabiles Bild. Trotz der anhaltenden Bedeutung von Cyberrisiken berichten 31 Prozent der Teilnehmer von einem moderaten Rückgang sicherheitsrelevanter Vorfälle, während bei 30 Prozent keine Veränderung festgestellt wurde. Laut Planet Mainframe deutet das darauf hin, dass Sicherheitsmechanismen im Mainframe-Umfeld weiterhin als robust gelten.

Ein zentrales Ergebnis betrifft zudem die IT-Architektur: Hybride Modelle haben sich demnach als Standard etabliert. 30 Prozent der Befragten arbeiten in einer stark integrierten hybriden Umgebung, während 39 Prozent bislang nur eine begrenzte Integration erreicht haben. Als größte Herausforderung wird dabei die Transparenz über Systeme und Prozesse genannt – 43 Prozent sehen Observability und Performance-Monitoring als zentralen Engpass.

Zurückhaltung bei KI-Einsatz

Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz zeigt sich die Branche hingegen zurückhaltend. Die Erwartungen sind laut Studie eher evolutionär als disruptiv: 49 Prozent der Befragten rechnen in den kommenden drei bis fünf Jahren lediglich mit geringfügigen Auswirkungen auf ihre Mainframe-Umgebungen, während nur 8 Prozent von grundlegenden Veränderungen ausgehen. Konkrete Einsatzfelder liegen vor allem in der Anomalieerkennung (29 Prozent) sowie im Sicherheitsmonitoring (26 Prozent).

Als grundlegende Erkenntnis aus dem „Arcati Mainframe Navigator 2026“ lässt sich ableiten, dass Großrechner weiterhin tief im operativen Geschäft vieler Unternehmen verankert sind. Die Plattform wird dabei gezielt modernisiert, in hybride Architekturen eingebunden und durch neue Technologien ergänzt – ohne dass ihre grundlegende Bedeutung kurzfristig infrage gestellt wird. (td)