Legacy IT bei Banken: Abkehr vom „rip & replace“-Ansatz

Ein bei PYMNTS erschienener, englischsprachiger Beitrag beleuchtet, wie Banken ihre IT modernisieren, um mit der Geschwindigkeit heutiger Geschäftsanforderungen Schritt zu halten.

Darin werden Aussagen von Michael Haney, Head of Product Strategy bei Galileo Financial Technologies, und Dan Williams, Senior Vice President Embedded Banking beim US-Institut KeyBank, wiedergegeben, wonach traditionelle Banken oft mit Legacy-Systemen arbeiten, die aus den 1970er- und 1980er-Jahren stammen. Diese Systeme, etwa auf COBOL basierend, seien schwerfällig und nicht flexibel genug, um moderne Anforderungen wie Echtzeit-Datenzugriff oder personalisierte Dienstleistungen zu erfüllen. Sie erfordern oft manuelle Eingriffe, heißt es, was wiederum die Effizienz bremst und die Anpassung an neue Trends wie Embedded Finance erschwert.

„Viele der alten Architekturen hatten keine datenzentrierte Denkweise, was es sehr schwierig macht, Daten ein- und auszulagern“, sagt Haney. Aus diesem Grund gebe es immer mehr Chief Data Officers – vor allem bei großen Banken -, die sich mit Data Governance, Datenstandards und einem allgemeinen Fokus auf Daten beschäftigen.

Die Experten konstatieren, dass bei den Banken jedoch eine Abkehr von traditionellen IT-Modernisierungsansätzen („rip & replace“) festzustellen sei. Verwiesen wird auf alternative Strategien, darunter den „Grüne Wiese“-Ansatz, bei dem Finanzinstitute neue Produktlinien oder digitale Nebenprodukte einführen, um zu experimentieren, bevor sie die alte Infrastruktur in Angriff nehmen.

Großbanken wie die KeyBank setzen auch auf „Composable Banking“, um alte Systeme schrittweise zu ersetzen. „Composable Banking“ bezeichnet dabei einen Ansatz im Bankwesen, bei dem Technologien und Dienstleistungen modular aufgebaut und flexibel miteinander kombiniert werden können, ähnlich wie Bausteine. Statt auf starren, monolithischen Systemen zu basieren – wie es oft bei den erwähnten Legacy-Systemen der Fall ist –, setzt Composable Banking auf eine Architektur, die aus einzelnen, unabhängigen Komponenten besteht. Diese Komponenten (z. B. für Zahlungsabwicklung, Kreditvergabe oder Kundendatenmanagement) können je nach Bedarf angepasst, ausgetauscht oder integriert werden, oft über moderne Schnittstellen.

Hier geht es zum englischsprachigen Beitrag: https://www.pymnts.com/news/banking/2025/bank-technology-races-to-keep-pace-with-speed-of-todays-business/