IBM: Mainframe-Umsatz steigt um 51 Prozent

IBM hat im ersten Quartal 2026 vor allem von einem starken Mainframe-Geschäft profitiert. Mehrere Berichte zeigen übereinstimmend, dass insbesondere die Z-Systeme aktuell maßgeblich zum Wachstum beitragen.

Wie Börse Express berichtet, sei der Umsatz mit IBM Z im ersten Quartal um 51 Prozent gestiegen. Dieses Wachstum habe das Infrastrukturgeschäft deutlich gestützt. Bereits im vierten Quartal 2025 hatte sich dieser Trend abgezeichnet: Legacy IT Center hatte über Rekordumsätze im Mainframe-Segment im Zuge einer neuen Systemgeneration berichtet. Die aktuellen Zahlen lassen sich damit als Fortsetzung dieses Produktzyklus einordnen.

Wie verdient IBM mit KI auf dem Mainframe?

Im Analystencall wurde die Rolle des Mainframes im Kontext von Künstlicher Intelligenz konkret adressiert. Die Citigroup-Analystin Fatima Boolani wird mit ihrer Frage zitiert, welche KI-Anwendungsfälle IBM konkret auf dem Mainframe sehe und wie sich diese monetarisieren ließen. CEO Arvind Krishna hat darauf verwiesen, dass insbesondere AI Inferencing direkt auf dem Mainframe an Bedeutung gewinnt, etwa für Echtzeit-Betrugserkennung. CFO James Kavanaugh ergänzte, dass diese neuen Workloads sowohl Hardware- als auch Softwareumsätze steigerten.

KI-Entwicklungsplattform Bob jetzt global verfügbar

Parallel dazu baut IBM sein KI-Portfolio weiter aus. So hat das Unternehmen mit „Bob“ nun eine Plattform global verfügbar gemacht, die den gesamten Softwareentwicklungszyklus abdecke – von Planung über Tests und Deployment bis hin zur Modernisierung von Altsystemen. Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal ist laut Mitteilung eine Multi-Modell-Orchestrierung: Aufgaben würden automatisch an das jeweils geeignetste Modell weitergeleitet, wobei unter anderem Modelle von Anthropic (Claude), Mistral sowie IBMs eigene Granite-Modelle zum Einsatz kämen.

Die Kapitalmarktreaktion fällt derweil differenzierter aus. Trotz hoher Umsätze hat die Aktie nach Veröffentlichung der Zahlen nachgegeben.

Einordnung: Zyklus trifft KI-Narrativ

Es zeigt sich damit ein vertrautes Muster: Das aktuell starke Wachstum im Mainframe-Geschäft ist eng an den Produktzyklus gebunden und setzt die Dynamik aus dem Vorquartal fort. Gleichzeitig versucht IBM, den Mainframe stärker in ein KI-getriebenes Narrativ einzubetten – sowohl auf Ebene der Workloads als auch in der Modernisierung von Softwareentwicklung und Legacy-Systemen. Ob sich daraus über den Zyklus hinaus nachhaltige Wachstumseffekte ergeben, bleibt abzuwarten. (td)