IBM erweitert z17-Familie um neue Mainframe-Modelle

IBM baut seine aktuelle Mainframe-Generation z17 weiter aus. Wie The Register berichtet, ergänzt der Hersteller die Produktfamilie um die neuen Modelle IBM z17 ME2 als Single-Frame-System sowie IBM z17 MER als rackmontierte Variante. Nach Angaben von IBM sollen beide Systeme die z17-Familie vervollständigen. Bestellungen sind ab dem 12. August möglich.

KI bleibt das zentrale Thema der z17-Familie

In der begleitenden Produktankündigung stellt IBM vor allem den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Mittelpunkt. Die neuen Systeme seien darauf ausgelegt, die Einführung und Skalierung von KI zu vereinfachen, Sicherheits- und Compliance-Anforderungen zu unterstützen sowie geschäftskritische Workloads zu modernisieren. Als Beispiel nennt IBM ein Deep-Learning-Modell zur Kreditkartenbetrugserkennung, mit dem sich bis zu 2,5 Millionen Inferenzen pro Sekunde bei einer Antwortzeit von einer Millisekunde erreichen lassen.

The Register weist darauf hin, dass IBM die Leistung unter anderem mit einem entfernten x86-System vergleicht. Solche Vergleiche seien allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig, da aktuelle x86-Server inzwischen mit deutlich höheren Kernzahlen verfügbar seien.

Die Erweiterung der z17-Familie unterstreicht zugleich die strategische Bedeutung des Mainframes für IBM. Unternehmenschef Arvind Krishna hatte die z17 zuletzt als die erfolgreichste Mainframe-Generation der vergangenen 20 Jahre bezeichnet und insbesondere Vorteile bei Betriebskosten und KI-Anwendungen hervorgehoben.

Für zusätzlichen Kontext sorgt eine aktuelle Einschätzung des Analystenhauses Gartner, auf die The Register ebenfalls verweist. Demnach könnten Mainframes in bestimmten Szenarien wirtschaftlicher betrieben werden als VMware-basierte Umgebungen. Gleichzeitig geht Gartner davon aus, dass mehr als 70 Prozent der Projekte, die mithilfe generativer KI COBOL-Anwendungen neu entwickeln und damit den Mainframe ablösen sollen, bis 2030 voraussichtlich scheitern werden. (td)