KfW investiert Millionenbetrag in Wechsel auf z17
Einen besonders detaillierten Einblick gibt die KfW. Die Förderbank ersetzt ihren bisherigen IBM z15 durch eine z17 und hat den entsprechenden Auftrag inzwischen vergeben. Den Zuschlag erhielt der IT-Dienstleister SVA System Vertrieb Alexander, der neben der IBM-Hardware und Software auch die Installation und technische Migration sowie Wartungs-, Beratungs- und Unterstützungsleistungen übernimmt.
Interessant ist vor allem das öffentlich dokumentierte Volumen: Rund 21,5 Millionen Euro beträgt der Gesamtwert des über fünf Jahre laufenden Auftrags. Damit liefert die KfW-Vergabe einen seltenen Anhaltspunkt dafür, welche Größenordnung ein Wechsel auf eine neue Mainframe-Generation bei einem großen Finanzinstitut erreichen kann.
Allerdings handelt es sich dabei nicht um den Preis der z17 allein. Neben Hardware und Software umfasst der Vertrag auch Wartung und Pflege sowie die Planung und technische Umsetzung der Migration. Wie viel vom Gesamtvolumen auf die eigentliche Mainframe-Hardware entfällt, wird nicht ausgewiesen.
Die Vergabeunterlagen dokumentieren damit die Beschaffung und den Wechsel von z15 auf z17. Ob die neue Plattform bei der KfW inzwischen produktiv läuft, geht daraus nicht hervor.
Atruvia setzt z17 für geschäftskritische Bankprozesse ein
Auch bei Atruvia ist die Entscheidung für die z17 öffentlich dokumentiert. Der IT-Dienstleister der genossenschaftlichen FinanzGruppe und IBM hatten Ende 2025 eine langfristige Technologiepartnerschaft bekanntgegeben. Wie wir bereits berichteten, soll die IBM z17 in den Rechenzentren von Atruvia eingesetzt werden.
Atruvia bezeichnete die Plattform als „Eckpfeiler“ für die Unterstützung geschäftskritischer Bankgeschäfte einschließlich des Kernbankensystems. Als Gründe für die Entscheidung nannte das Unternehmen unter anderem die Kontrolle über geschäftskritische Systeme sowie Sicherheitsfunktionen, KI-Beschleunigung und Automatisierung.

IBM z17 Single Frame: Das System wird laut IBM als vollständig ausgestattete Einheit im IBM-Rack inklusive intelligenter Stromverteilung (iPDUs) ausgeliefert. Innerhalb des Frames können Kunden zusätzlich weitere Technologien unterbringen. (Foto: IBM)
WM Datenservice: Wechsel von z15 auf z17
WM Datenservice hat seine Mainframe-Infrastruktur bereits von IBM z15 auf z17 umgestellt. Das Frankfurter Unternehmen zählt zu den zentralen Datenlieferanten für die deutsche Finanzbranche und stellt Banken und anderen Finanzmarktteilnehmern Stamm- und Termindaten zu Finanzinstrumenten bereit. Bekannt ist WM unter anderem als Vergabestelle der deutschen Wertpapierkennnummer WKN und als nationale Vergabestelle für die International Securities Identification Number (ISIN).
Die Modernisierung erfolgte im Umfeld des Großprojekts Fontus, mit dem WM seine zentrale Datenplattform erneuert. Wie DPS unter Berufung auf Informationen aus der Fontus User Group berichtete, sei das Upgrade auf die IBM z17 inzwischen abgeschlossen. Die Verarbeitungskapazität habe sich dadurch um rund 25 Prozent erhöht. Zusammen mit einer erneuerten Storage-Infrastruktur hätten sich die Verarbeitungslaufzeiten nach Angaben von WM bereits um etwa eineinhalb Stunden verkürzt.
Deutsche Bank: z17 in ausgelagerter Produktionsumgebung
Einen anderen Einblick liefert die Deutsche Bank. In einer aktuellen Stellenausschreibung sucht das Institut Verstärkung für die fachliche Steuerung einer global genutzten Mainframe-Infrastruktur. Als erforderliche Erfahrung nennt die Bank ausdrücklich „Mainframe-Plattformen auf Basis der z17-Server-Technologie unter z/OS 3.1 (und höher)“ in der ausgelagerten Produktionsumgebung MITSA.
Als Mainframe-Serviceprovider nennt die Deutsche Bank Kyndryl. Weitere internationale Stellenanzeigen des Instituts stellen ebenfalls einen Zusammenhang zwischen z16 beziehungsweise z17 und dieser Produktionsumgebung her. Die Angaben weisen damit auf den Einsatz von z17-Technologie innerhalb der von der Bank genutzten Mainframe-Infrastruktur hin. Ob die entsprechende Hardware der Deutschen Bank selbst gehört und in welchem Umfang die Umgebung bereits auf z17 umgestellt wurde, lässt sich daraus nicht ableiten.
Weitere z17-Kunden bleiben bislang anonym
Weitere Meldungen aus dem IBM-Z-Umfeld zeigen, dass die öffentlich bekannten Namen nur einen Teil des Marktes abbilden. So teilte die PROFI AG im September 2026 mit, ein „bedeutender Kunde aus der Versicherungsbranche“ habe sich für eine IBM z17 MER entschieden. Den Namen des Versicherers veröffentlichte das Unternehmen nicht.
Bei der z17 MER handelt es sich um eines der kleineren Modelle, mit denen IBM die Produktfamilie 2026 erweitert hat. Neben dem ursprünglichen Multi-Frame-System stehen inzwischen Single-Frame- und Rack-Mount-Varianten zur Verfügung. Über die Erweiterung der z17-Familie hatten wir im Juli berichtet.

IBM z17 Rack Mount: Die Rack-Mount-Variante der z17 lässt sich laut IBM in bestehende Rechenzentrumsinfrastrukturen und Standard-Racks integrieren. Sie gehört zu den 2026 vorgestellten Erweiterungen der z17-Familie. (Foto: IBM)
Auch aus der Schweiz ist ein erster Einsatz der kleineren z17-Modelle bekannt. Daniel Ruffet von IBM Schweiz berichtete beim 2. Mainframe-Gipfeltreffen Schweiz, dass bereits wenige Wochen nach der Ankündigung das erste z17-Midrange-System an einen Schweizer Kunden ausgeliefert worden sei. Der Name des Unternehmens wurde nicht genannt.
Software AG berichtet von mehreren Early Adopters
Einen weiteren Hinweis auf eine breitere Nutzung liefert Software AG. Das Unternehmen erklärte im Juli 2026, dass mehrere eigene Kunden zu den Early Adopters der z17 Enterprise Class gehörten und bereits Erfahrungen mit der neuen Plattform gesammelt hätten. Namen nennt der Anbieter nicht.
Software AG stellt die z17 dabei insbesondere in den Zusammenhang mit Natural und Adabas – der vor allem im Mainframe-Umfeld eingesetzten Entwicklungsumgebung beziehungsweise Programmiersprache Natural und dem Datenbankmanagementsystem Adabas. Für Unternehmen, die geschäftskritische Anwendungen auf diesen Technologien betreiben, sollen sich laut Anbieter die neuen z17-Modelle ohne Änderungen an der Anwendungslogik nutzen lassen. Die Aussage deutet zugleich darauf hin, dass die öffentlich identifizierbaren Unternehmen nur einen Ausschnitt der tatsächlichen z17-Installationsbasis darstellen. (td)





