IBM erzielte im dritten Quartal einen Konzernumsatz von 17,1 Milliarden US-Dollar, fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg von 1,74 auf rund 2,19 Milliarden Dollar. Die Software-Sparte wuchs um acht Prozent, das Infrastructure-Segment um vier Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.
IBM Z verliert 20 Prozent Umsatz
Hinter dem Wachstum der Infrastruktursparte verbergen sich gegenläufige Entwicklungen. Während Distributed Infrastructure um 31 Prozent zulegte, ging der Umsatz mit IBM Z um 20 Prozent zurück. Währungsbereinigt betrug das Minus 19 Prozent.
Anders entwickelte sich das Mainframe-nahe Softwaregeschäft: Transaction Processing verzeichnete ein Umsatzplus von neun Prozent, währungsbereinigt zehn Prozent. Dabei profitierte IBM von zuvor verschobenen Kundenabschlüssen. Nach Angaben von Finanzvorstand Jim Kavanaugh wurden im dritten Quartal rund zwei Drittel der Geschäfte abgeschlossen, die im zweiten Quartal nicht wie erwartet zustande gekommen waren. Darüber berichtete das Wall Street Journal.
IBM-Chef Arvind Krishna wertet die Erholung als Bestätigung dafür, dass die Schwäche im zweiten Quartal vor allem auf den Zeitpunkt der Abschlüsse und nicht auf eine grundsätzlich nachlassende Nachfrage zurückzuführen war.
z17: Erfolgreicher Produktzyklus trotz Umsatzrückgang
Gleichzeitig hält IBM an seiner positiven Bewertung der aktuellen Mainframe-Generation fest. Laut Krishna hat die z17 über sechs Quartale hinweg mehr als eine Milliarde US-Dollar zusätzlichen Umsatz gegenüber früheren Produktzyklen generiert. IBM spricht vom bislang stärksten Innovationszyklus der Plattform.
Der Rückgang im dritten Quartal steht dazu nicht zwangsläufig im Widerspruch. Mainframe-Hardwareumsätze unterliegen ausgeprägten Produktzyklen und können insbesondere nach einer starken Einführungsphase erheblich schwanken. Bereits im Juli hatte Krishna gegenüber Investoren auf den auslaufenden Einführungseffekt der z17 und unerwartete Verschiebungen bei den IT-Investitionen der Kunden hingewiesen.
Wie nachhaltig die Erholung im Softwaregeschäft ausfällt, bleibt allerdings offen. Reuters verweist auf die Skepsis von Analysten, die angesichts der nachgeholten Abschlüsse mit einer Abschwächung des Wachstums bei Transaction Processing rechnen.
Die Quartalszahlen zeigen damit vor allem, wie unterschiedlich sich Hardware- und Softwareumsätze innerhalb des Mainframe-Ökosystems entwickeln können. Der erfolgreiche z17-Produktzyklus ist für IBM ein wichtiges Argument für die wirtschaftliche Stärke der Plattform. Ob die wieder gestiegenen Softwareerlöse eine nachhaltige Nachfrageentwicklung widerspiegeln, werden erst die kommenden Quartale zeigen. (td)





